REVUE DE PRESSE

Entließ dieser bewusst überraschende Piano-Schluss schon beglückt in die Pause, so steigerte das Quatuor Ébéne diesen Eindruck danach noch weiter mit Beethovens Streichquartett Nr. 9 C-Dur op. 59 Nr. 3 „Rasumowski”, dem Herzstück von Beethovens mittlerer Schaffensperiode. Gabriel Le Magadure am Pult der zweiten Geige bot dramatisch gespannte Linien, den Kontrast dazu Marie Chilemme, die ihre Bratsche träumen ließ. Von der bewusst weit vorausschauend die Grundtonart verschleiernden Introduzione an, die so intensiv dissonant betont fast verstörend war, loderte unentwegt das Feuer dieses Schlüsselwerks. Die Cello-Pizzikati im Andante warfen beinahe Gedanken an Bartók voraus. Das atemberaubend furiose Finale provozierte spontan jubelnden Aufschrei im Auditorium.

Dreh Punkt Kultur - août 2018